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keine
gute Kritik geben, weil er Ute Lemper sechs Wochen zuvor, in Berlin -verriessen-
hatte und seine -persönliche Glaubwürdigkeit-, wie er es formulierte,
auf dem Spiel stand. Ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung tischte den
Lesern die unglaubliche Geschichte auf, -nur ein paar Unentwegte- applaudierten!
Anmerkung:
Wenn Millionen Leser in Deutschland derart irregeführt werden, muß
es einen Grund geben. Entweder der Künstler zeigt zu wenig Erge-benheit
und "Unterwürfigkeit" dem Journalisten gegenüber, oder
Ute Lemper hatte nicht das richtige, sozialistische, marxistische Parteibuch
für ihren Kurt-Weill-Bogen >Berlin, Paris, N.Y.< für deutsche
Journalisten mit "Linksdrall"?
Ich denke an die Tage
im Februar 1992 in Paris. Sie wurde umjubelt, für ihre Kurt-Weill-Abende,
die objektive Presse trug die Künstlerin auf Händen. Kurz vor Mitternacht,
23:30 Uhr, Ute Lemper hat im Theater "Bouffes du Nord", (für
sie das schönste Theater in Paris, sehr alt, morsch, das Geschichte in
sich trägt) ihr Kurt-Weill-Programm über die Bühne gebracht,
frenetischer
Applaus. Ein Wagen wartete bereits und ohne Pause
fuhr sie zur Pont Alexander III., wo das
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BBC-Team eine Nachtsequenz,
das dokumen-tarische Lemper-Special, drehte.
Die Bühnentür vom Theater des Westens geht auf, lächelnd, nach
9 Stunden Probe, fragt der Twen Lemper, sie wird am 4. Juli, 29, "gehen
wir in die Parisbar eine Kleinigkeit essen?"
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Mit 28 Jahren ein deutscher
Weltstar. Bereitet Ihnen das Sorgen wie es weitergehen wird, oder spornt
es sie an?
Mit zwanzig hat man mir
bereits die Frage gestellt, wie soll es weitergehen und es ist immer weitergegangen.
Ich bin überhaupt kein Mensch, der in der Zukunft lebt, sondern im Heute.
Das Morgen hat mir immer wieder Überraschungen bereitet, und ich bin
davon überzeugt, daß es auch in der Zukunft so sein wird. Jetzt
bin ich 28 und habe in meinem Leben viel und hart gearbeitet. Ich habe den
Preis bezahlt, daß ich die kleinen Freiheiten (Anm.:
Der Fungesellschaft), die andere Menschen haben, nicht genießen
konnte und wollte, aber ich habe nie darunter gelitten, weil mir nie etwas
abge-gangen ist. Ich muß sagen, daß ich wirklich viele lebenswerte
Dinge erlebt habe, und daß ich glücklich darüber bin, daß
es so ist.
Ich bin genauso enthusiastisch und hoffnungs-voll, wie ich vor zehn Jahren
war, und mir ist weder ein Stück von Energie, von Kraft, von Vision und
Leidenschaft verloren gegangen, im Gegenteil, sie sind eher noch stärker
geworden. |
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