Ute Lemper / Helmut Newton /Kultur Fibel
Kultur Fibel Magazin

Ute Lemper
im Gespräch mit
Armin H. Eilenberg

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Ute Lemper - Foto, Helmut Newton

Aufnahmeleiter, Herrn Rudi Redl, den sie als Niete bezeichnete. Ihr klares Urteilsvermögen sparte dem Executiveproducer unnötige Investitionen.
Zwei Jahre später, 1987, mit 24 Jahren, nach ihrem Durchbruch in Paris mit der Sally Bowles in Cabaret, war sie ein weltbekannter Star. Sie wurde mit dem fran-zösischen Schauspielpreis, dem Moliere-Preis ausge-zeichnet. Sie blieb rigoros der Kunst verpflichtet, akzeptiert keine Vertragsverlängerung mit doppelter Gage, sie sucht neue Türen, die sich zu neuen künst-lerischen Wegen öffnen. Kommerzielle Fließbandarbeit auf der Woge des Erfolges und durch übliche Manage-mentmethoden als ein Produkt vermarktet zu werden, lehnte Ute Lemper bereits in jungen Jahren ab.

Ein Satz der gut zu ihr paßt:
Kunst ist Liebe und Liebe ist Leben
(AHE)

Ein paar Jahre später, immer wieder führten Ihre Wege in Ihre Heimat, gab sie einen Kurt-Weill-Abend im Gasteig, München. Das Publikum spendete minuten-

Ute Lemper
ein deutsches Multitalent, ein Weltstar, der
wieder einmal in Deutschland kein Zuhause findet.
Der Anlaß, mein Gespräch mit Ute Lemper im Jahre 2002 nochmals zu veröffentlichen, war ihr
Besuch am Grab von Marlene Dietrich, zum 100. Geburtstag, am 27. Dez. 2001.
Zu diesem Geburtstag der Berlinerin Marlene wurden viele deutsche Politiker PR-aktiv, sie kamen zu ihrem Grab nach Berlin. Marlene Dietrich zog in den 30er Jahren, mit ihrem Geliebten, einem Berliner jüdischen Glaubens, in den USA, in denen sie sich, trotz ihrer PR-Geste, der US- Truppenbetreuung bis 1945, nicht zu Hause fühlte und keine Heimat fand. Immer sprach sie stolz von ihrer preußischen Familie, von ihrer Mutter, die ihr Leben nie voll akzeptierte. In jahrelanger Einsamkeit, im selbstgeschaffenen Pariser Exil, verbrachte sie die letzten Jahre und wartete auf ihre Erlösung, den Tod. In all den Jahren hatte die Berliner "Göre" nur einen Wunsch: neben ihrer Mutter beerdigt zu werden und der Stadt Berlin ihren Fundus zu vererben, in ihrem Berlin zu sein.

Ute Lemper. - Ganze Aktenordner sind prall gefüllt von hervorragenden Presseberichten, London, Paris, New York und anderen Welt-städten. Leider nur magere Kritiken in ihrer Heimat Deutschland, in der die "urteilenden" Kritiker nur einen Bruchteil ihres Schaffens kannten, wie mir ein Feuilletonchef gestand. Auch Ute Lemper, im Ausland bewundert, heiratete einen New Yorker jüdischen Glau-bens, mit dem sie, in der anonymen Stadt lebt und Mutterfreuden genießt.

Sie stand im Januar 2002 am Grab von Marlene Dietrich, legte Blumen nieder und ihre Gedanken sind frei.

Ute Lemper
Foto:
Helmut Newton

1992,
Naßkaltes Aprilwetter in Berlin

Der Bühnenpförtner hatte eine Nachricht für mich: "Es tut Frau Lemper leid, es wird 10 Min. später". Bei ihren täglichen Proben von 9:00 bis 18:00 Uhr, zwischenzeitliche Tonaufnahmen in London, was bedeuten da schon ein paar Minuten. Eine kurze Frist, nochmals über die Einzelheiten des Interviews nachzudenken.
Lange arbeitete sie in verschiedenen Erdteilen, den Metropolen der Welt. Shows, Liederabende, Tonaufnahmen, Musicals und Filmaufnahmen, viel Zeit ist vergangen, bis sie wieder in ihr geliebtes Berlin kam. Charaktere werden in unser Fun-Gesellschaft rar, Ute Lemper ist so eine schwer zu handhabende Persönlichkeit. Ein klarer Blick muß ihr mit in die Wiege gelegt worden sein. Beim Vorsingen 1985 in einem Münchner Tonstudio, verweigerte sie eine weitere Zusammenarbeit mit dem zuständigen
Ute Lemper und Vati mit  3 JahreUte Lemper mit 5 Jahre
Ute Lemper mit Vati 3 J. und rechts mit 5 J.
langen Zwischenapplaus, im ausverkauften Haus, bei den letzten vier Liedern stand das Publikum wieder-holt auf und gab ihr "Standing Ovations" - wieder ein großartiger Erfolg.

Nur der Leiter des Feuilletons einer Münchner Tages-zeitung konnte dem Liederabend am nächsten Tag
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